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Nachhaltige Mobilität wird zum Wirtschaftsfaktor für Unternehmen

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Nachhaltige Mobilität gewinnt für Unternehmen zunehmend auch aus wirtschaftlicher Perspektive an Bedeutung. Neben Klimaschutz und ESG-Zielen können die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, lange Pendelwege und alternative Mobilitätsformen Auswirkungen auf Personalgewinnung, Fehlzeiten und Gesundheitskosten haben. Darauf verweist Vincent Goussard von Crédit Mutuel Asset Management anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September.

Ein wesentlicher Faktor ist die sogenannte „Transportarmut“. Hohe Mobilitätskosten, fehlende Verkehrsangebote oder eine schlechte Anbindung können Beschäftigten den Zugang zu bestimmten Arbeitsplätzen erschweren. Für Unternehmen bedeutet dies im Umkehrschluss, dass sich der verfügbare Bewerberpool verkleinern kann.

Besonders relevant ist dieses Problem in Branchen, in denen Beschäftigte überwiegend vor Ort arbeiten müssen. Dazu gehören unter anderem Logistik, verarbeitendes Gewerbe, Einzelhandel und personennahe Dienstleistungen. Eine gute Verkehrsanbindung kann damit zu einem wichtigen Standortfaktor bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern werden.

**Pendelstress kann Beschäftigte belasten**

Neben der grundsätzlichen Erreichbarkeit spielt auch die Länge und Qualität des täglichen Arbeitswegs eine Rolle. Eine 2026 veröffentlichte Untersuchung verweist auf einen Zusammenhang zwischen Pendelstress und der Produktivität von Beschäftigten.

Eine Studie der PageGroup mit mehr als 12.000 Berufstätigen zeigt zudem Unterschiede zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln. Demnach empfinden 38 Prozent der Beschäftigten ihren Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln als stressig. Bei der Nutzung privater Fahrzeuge liegt der Anteil mit 34 Prozent etwas niedriger.

Damit wird Mobilität auch zu einer personalwirtschaftlichen Frage. Lange oder belastende Arbeitswege können nicht nur die Attraktivität eines Arbeitsplatzes beeinflussen, sondern auch Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Beschäftigten haben.

**Aktive Mobilität kann Krankheitsausfälle reduzieren**

Als möglichen Ansatz nennt Goussard die Förderung aktiver Mobilität. Dazu zählen insbesondere das Gehen und Radfahren auf dem Arbeitsweg. Neben positiven Effekten auf Umwelt und Verkehr können solche Mobilitätsformen auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen.

Eine finnische Untersuchung aus dem Jahr 2024 stellte bei Beschäftigten mit einem hohen Anteil aktiver Mobilität eine um 8 bis 12 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit von Krankheitsausfällen fest. Das Risiko für längerfristige krankheitsbedingte Ausfälle lag demnach um 18 Prozent niedriger.

Für Unternehmen kann die Gestaltung von Mobilitätsangeboten deshalb über klassische Nachhaltigkeitsziele hinausgehen. Eine bessere Verkehrsanbindung, die Förderung aktiver Mobilität und geeignete Angebote für Beschäftigte können sowohl für die Personalgewinnung als auch für Gesundheits- und Produktivitätskosten relevant sein.

Nachhaltige Mobilität entwickelt sich damit zunehmend von einem reinen Umwelt- und ESG-Thema zu einem wirtschaftlichen Standortfaktor. Unternehmen, die die Mobilität ihrer Beschäftigten in ihre Standort-, Personal- und Nachhaltigkeitsstrategien einbeziehen, können zugleich auf veränderte Anforderungen am Arbeitsmarkt reagieren.

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